Drei Tage auf Madeira reichen für einen Sonnenaufgang über den Wolken, einen langen Tag an der Westküste und einen Tag an der trockenen Ostspitze, mit Funchal in den Lücken. Der Trick liegt nicht in der Reihenfolge der Tage. Er liegt darin, jeden Morgen nach dem Wetter auf den Gipfeln zu entscheiden, welchen Tag du heute hast.
Kurz gesagt
- Tag 1 sind die Berge und Funchal, Tag 2 die Westküste, Tag 3 der Osten. Tausch Tag 1 und 3, wenn der Gipfel in den Wolken steckt.
- Buch die Lizenzen für die Wanderwege vor dem Abflug auf SIMplifica: 2026 4,50 € pro Person und Weg (10,50 € für den ganzen PR-1-Grat), mit fester Startzeit.
- Miete ein Auto. Nach Rabaçal und in den äußersten Westen fährt kein sinnvoller Bus, und der eine Bus zum Pico do Areeiro bringt dich nicht weiter zu den Balcões.
- Starte jeden Tag früh. Die Parkplätze am Pico do Areeiro und an der Ponta de São Lourenço sind Stunden vor dem Mittag voll.
- Heb dir den Korbschlitten in Monte für einen Werktag auf. Sonntags fährt er nicht.
Bevor du ankommst
Drei Dinge klärst du am besten zu Hause, weil sie sich auf der Insel schwerer regeln lassen.
Lizenzen. Seit dem 1. Januar 2026 braucht jeder klassifizierte PR-Wanderweg eine Buchung, bezahlt und an ein halbstündiges Zeitfenster für den Start gebunden. Für diesen Plan heißt das bis zu drei: der PR 1 bis Pedra Rija, der PR 11 zu den Balcões und der PR 8 an der Ponta de São Lourenço. Buch sie spätestens am Abend vorher, nicht an einem Startpunkt ohne Netz. Einheimische buchen auch, zahlen aber nicht.
Ein Auto. Hol es am ersten Tag in Funchal ab statt am Flughafen am Abend deiner Ankunft, dann zahlst du nicht für einen Wagen, der in der Hotelgarage steht. Lies unseren Guide Mietwagen auf Madeira, bevor du das kleinste Modell im Angebot nimmst: Die Berge sind steil, und mit einem schwachen Motor wird das eine Qual.
Wo du schläfst. Wohn in Funchal oder in der Nähe. Jeder Tag dieses Plans beginnt dort, und über die Schnellstraße entlang der Südküste erreichst du beide Inselenden.
Die Tauschregel
Das Wetter auf Madeira richtet sich nach Höhe und Küste, nicht nach dem Kalender. Oben auf der Insel ist es im Morgengrauen oft klar und um elf mitten in einer Wolke. Die Nordküste ist nasser als die Südküste. Die Ostspitze ist das trockenste Land der Insel.
Schau also am Abend vorher und noch mal beim Aufwachen auf eine Live-Webcam vom Pico do Areeiro. Ist der Gipfel frei, mach Tag 1. Ist er grau, mach stattdessen Tag 3 und versuch es am nächsten Morgen mit dem Berg. Tag 2 funktioniert bei fast jedem Wetter, deshalb steht er in der Mitte.
Tag 1: über den Wolken, dann hinunter in die Altstadt
Die Sonne geht hier im Juni gegen 7 Uhr auf und von Ende September bis Februar gegen 8 Uhr. Die Uhrzeiten unten gelten also für den Sommer. Im Winter verschiebst du den Morgen um eine Stunde.
| Uhrzeit (Sommer) | Was |
|---|---|
| 5:45 Uhr | Abfahrt in Funchal zum Pico do Areeiro (etwa 40 Minuten) |
| Gegen 7 Uhr | Sonnenaufgang von der Gipfelplattform, 1.818 m |
| 7:30 Uhr | Auf dem PR 1 bis Pedra Rija und zurück (etwa eine Stunde) |
| 9:30 Uhr | Hinunter nach Ribeiro Frio (etwa 20 Minuten), auf dem PR 11 zu den Balcões |
| 12 Uhr | Mittagessen in Ribeiro Frio, dann zurück nach Funchal (etwa 35 Minuten) |
| 15:30 Uhr | Zu Fuß durch die Altstadt |
Die Straße zum Pico do Areeiro steigt von Funchal aus fast eine Stunde lang an. Im Sommer ist der Parkplatz vor Sonnenaufgang voll, und die Leute parken am Straßenrand, also fahr los, solange es noch dunkel ist. Nimm eine warme Schicht und eine Mütze mit. Auf 1.800 m ist es auch im August kalt, und der Wind auf der Plattform macht es noch kälter.
Sobald die Sonne oben ist, geh in deinem gebuchten Zeitfenster (die ersten beginnen um 7 Uhr) auf dem PR 1 zum Aussichtspunkt Pedra Rija. Das ist das erste Stück des berühmten Grats, mit den Treppen und den Abgründen, und es führt zurück zu deinem Auto. In Pedra Rija regelt ein Tor den Zugang zum Rest des Weges. Dahinter ist der PR 1 nur in eine Richtung begehbar, vom Areeiro Richtung Pico Ruivo, mit dem vollen Ticket für 10,50 €, und er lässt dich auf der anderen Seite des Bergs zurück, ohne dein Auto. Das ist eine Wanderung für eine längere Reise.
Fahr hinunter nach Ribeiro Frio und geh auf dem PR 11 zu den Balcões: flach, schattig, gemütlich etwa anderthalb Stunden hin und zurück, und am Ende stehst du auf einer Plattform mit Blick direkt auf die Gipfel, von denen du gerade kommst. Mach das vor dem Mittagessen, denn nachmittags ziehen sie meist zu. Geparkt wird in Ribeiro Frio am Straßenrand, eng und zusammen mit den Restaurants. Iss dort und fahr dann hinunter.
Am Nachmittag lässt du das Auto am Hotel und gehst zu Fuß. Der Stadtrundgang Die Türen von Funchal führt in zwei Stunden durch die ältesten Straßen: die Kathedrale aus Vulkanstein, das Jesuitenkolleg und die bemalten Türen der Rua de Santa Maria. Zum Abschluss isst du in der Zona Velha, genau dort, wo diese Türen sind.
Der Markt: Der Mercado dos Lavradores ist frühmorgens am schönsten, also bau ihn vor der Abfahrt an Tag 2 oder 3 ein. Schauen, fotografieren, und das Obst kaufst du im Supermarkt, wo es weniger kostet.
Tag 2: die Westküste, in einer Richtung
Das ist der lange Tag. Im Westen gibt es auf Madeira die meisten Gründe anzuhalten und die meisten Ausweichmöglichkeiten, wenn das Wetter umschlägt, und es lohnt sich, ihn in einer Richtung zu fahren statt hin und zurück.
Sei ehrlich mit dir, was die Zeit angeht. Unsere Autotour Die Westküste füllt allein einen ganzen Tag, und Der äußerste Westen einen halben weiteren. Zusammen ergeben die Strecken unten etwa drei Stunden am Steuer, bevor du überhaupt irgendwo anhältst. Such dir also aus beiden die Halte aus, die dir wichtig sind, und fahr spätestens um 8 Uhr in Funchal los.
| Abschnitt | Ungefähr |
|---|---|
| Funchal bis Cabo Girão | 20 Minuten |
| Cabo Girão bis Paul do Mar | 45 Minuten |
| Paul do Mar bis Ponta do Pargo | 25 Minuten |
| Ponta do Pargo bis Porto Moniz, über Achadas da Cruz | 30 Minuten |
| Porto Moniz bis Funchal, über São Vicente | 1 Stunde |
Vormittags an der Südküste. Halt in Câmara de Lobos, dem Fischerstädtchen, dann an der Klippe am Cabo Girão, wo es rund 580 m senkrecht hinunter zum Meer geht. Geöffnet ist ab 8 Uhr, und 2026 kostet der Eintritt 5 € für Besucher über 12, die nicht auf der Insel wohnen. Weiter geht es nach Westen, vorbei an Terrassen, die von Hand in die Hänge geschlagen wurden, und hinunter nach Paul do Mar am Ende der alten Straße.
Mittags an der Ecke. Steig von der Küste hinauf zum Leuchtturm von Ponta do Pargo, dem westlichsten Punkt, und bieg dann auf die Nordküste ein. Halt am Aussichtspunkt von Achadas da Cruz, wo eine Seilbahn, die oft als steilste Europas bezeichnet wird, hinunter zu einem schmalen Streifen Weinberg am Fuß der Klippe fährt.
Nachmittags baden. Zum Schluss geht es zu den Pools von Porto Moniz. Die städtische Anlage hat Umkleiden, eine Bar und Rettungsschwimmer und kostet für alle über drei Jahre 3 € (2026). Die kostenlosen Naturpools gleich westlich davon haben nichts außer Fels und Meer. An Tagen mit hoher Dünung schlagen die Wellen über die Mauern, und die Pools werden geschlossen. Das Wasser ist offener Atlantik und fühlt sich selbst im August frisch an.
Zurück fährst du über São Vicente und durch den Tunnel unter den Bergen. Das ist der schnellste Weg zurück an die Südküste.
Tag 2 als Wandertag
Gehst du lieber, als dass du fährst, tausch die Südküste gegen Rabaçal. Die ER 105 ab Encumeada ist seit Januar 2024 gesperrt, von Funchal aus kommst du also über die Schnellstraße nach Westen und dann hinauf ab Arco da Calheta nach Rabaçal, etwa eine Stunde und eine Viertelstunde. Park an der ER 105, geh die 2 km asphaltierte Straße hinunter oder nimm den Shuttle der Gemeinde (2026 5 € einfach, 8 € hin und zurück, nimm Bargeld mit) und lauf die Levada do Risco bis zu ihrem Wasserfall und weiter zu den 25 Fontes. Beide zusammen füllen einen Vormittag. Dann quer über die Hochebene Paul da Serra und hinunter nach Porto Moniz zum Baden am Nachmittag. Ponta do Pargo lässt du bei dieser Variante weg: Für beides reicht die Zeit nicht.
Tag 3: der trockene Osten
| Uhrzeit | Was |
|---|---|
| 7:30 Uhr | Abfahrt in Funchal Richtung Osten (etwa 40 Minuten) |
| 8:15 Uhr | Parkplatz in Baía d’Abra, Start auf dem PR 8 |
| 10:45 Uhr | Zurück am Auto |
| 11:30 Uhr | Prainha oder Machico zum Baden und Mittagessen |
| 15 Uhr | Monte: Seilbahn, Garten, Korbschlitten |
Die Autotour Bis ans Ostende führt von Funchal bis ans Ende der Straße, dorthin, wo die Insel aufhört, grün zu sein. Halt auf dem Hinweg an der Ponta do Rosto: zwei Minuten vom Auto, und die meisten fahren vorbei.
Der PR 8 an der Ponta de São Lourenço dauert hin und zurück etwa zweieinhalb Stunden, auf einer kahlen Halbinsel mit dem Atlantik zu beiden Seiten. Schatten gibt es keinen. Der Parkplatz in Baía d’Abra ist in der Saison am Vormittag voll, und das Café in der Casa do Sardinha kurz vor dem Ende macht Berichten zufolge erst am Vormittag auf. Wer früh startet, trägt also sein ganzes Wasser selbst. Der Wind ist hier der stärkste der Insel, und ein paar Mal im Jahr wird der Weg deshalb gesperrt. Im Oktober 2026 führt Visit Madeira den Weg als eingeschränkt, mit kurzen, ausgeschilderten Umleitungen, denen du folgen musst. Prüf den Status, bevor du losfährst.
Abkühlen kannst du dich in Prainha, dem einzigen natürlichen schwarzen Sandstrand der Insel (ganz ohne Einrichtungen), oder in der ruhigeren Sandbucht von Machico, wo es auch Mittagessen gibt.
Zurück in Funchal nimmst du die Seilbahn hinauf nach Monte, etwa eine Viertelstunde, die letzte fährt um 17:45 Uhr hoch. Der Monte Palace Garten kostet 2026 18 €, letzter Einlass ist von Oktober bis März um 17:15 Uhr und von April bis September um 18:15 Uhr. Komm also nicht erst um fünf. Dann geht es die 2 km hinunter nach Livramento im Korbschlitten, gelenkt von zwei Fahrern in Weiß, die mit den Gummisohlen ihrer Stiefel bremsen. Das ist albern, billig ist es auch nicht (seit Mai 2026 30 € für eine Person, 40 € für zwei), und trotzdem sind es die lustigsten zehn Minuten in Funchal. Die Schlitten fahren Montag bis Samstag von 9 bis 18 Uhr.
Waren die Gipfel an Tag 1 in den Wolken und sind heute frei, dreh es um: Areeiro im Morgengrauen, der Osten nach dem Mittagessen, wenn die Spitze am heißesten ist, der Berg aber ohnehin schon weg.
Was dieser Plan weglässt
In drei Tage passt nicht alles. Dir entgehen die Nordküste zwischen São Vicente und Santana, die langen Levadas wie der Caldeirão Verde, der Nebelwald von Fanal und ein Bootsausflug. Ist dir etwas davon wichtiger als einer der Tage oben, tausch es ein. Halt dich nur an eine Regel: eine Region pro Tag.
Auf der Fahrt nach Westen spielt dir die App Die Westküste unterwegs ab, Halt für Halt, mit deiner Position auf der Karte.
Häufige Fragen
Reichen drei Tage für Madeira?
Für einen echten Eindruck reichen sie: Funchal, ein Morgen in den Bergen, die Westküste und die Ostspitze. Die Nordküste siehst du nicht richtig, und eine lange Levada ist nicht drin. Sieh es also als ersten Besuch, nicht als die ganze Insel.
Brauche ich für drei Tage auf Madeira ein Auto?
Für diesen Plan ja. Nach Rabaçal und in den äußersten Westen fährt kein brauchbarer Bus. Zum Pico do Areeiro gibt es einen (hinauf um 6 und um 13:30 Uhr ab der Seilbahnstation in Funchal, 2026 für 3 € pro Fahrt), aber er bringt dich nicht weiter zu den Balcões oder in den Osten. Funchal selbst erkundest du zu Fuß, den Wagen kannst du also am Morgen des ersten Tages abholen.
Was, wenn es an meinem Tag für den Pico do Areeiro bewölkt ist?
Tausch den Bergmorgen mit dem Tag im Osten. Die Ponta de São Lourenço liegt tief und trocken und ist oft frei, wenn die Gipfel es nicht sind. Schau auf eine Live-Webcam vom Gipfel, bevor du den Wecker stellst.
Muss ich die Wanderungen vorher buchen?
Ja. Seit dem 1. Januar 2026 braucht jeder klassifizierte PR-Wanderweg, auch PR 1, Balcões und Ponta de São Lourenço, eine Buchung auf SIMplifica mit Startzeit. 2026 kostet das 4,50 € pro Person, oder 10,50 € für den ganzen PR-1-Grat.
Kann ich den Westen und den Osten Madeiras an einem Tag machen?
Fahren kannst du es, aber du verbringst den Großteil des Tages in Tunneln und siehst wenig. Gib jeder Seite ihren eigenen Tag.